London in 24h

24h LondonWas man in London innerhalb von 24 Stunden so alles sehen und erleben zeigt unser Tagesausflug vom Sommer 2008.



Vorbereitungen

Wenn man nur 24 Stunden für eine Stadt wie London hat, sollte man gut vorbereitet anreisen, auch wenn man sonst noch so gerne spontan unterwegs ist. Um vor Ort möglichst wenig Zeit zu verlieren, haben wir uns entschlossen, bereits mit allen nötigen Tickets anzureisen. Dazu gehörten die Zugtickets, um vom Flughafen in die Stadt zu kommen, die Travelcard für die öffentlichen Verkehrsmittel vor Ort und ein London Pass, mit dem wir zu fast allen Sehenswürdigkeiten freien Eintritt hatten.

London-Pass

Der London-Pass kostet zwar pro Person 46€ für einen Tag, die man durch die Ersparnisse erst wieder reinholen muss, aber wenn man länger unterwegs ist und möglichst alles unkompliziert und ohne Anstehen sehen will, lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Auf der verlinkten Seite findet man eine PDF mit allen freien Eintritten und Ermäßigungen zum Nachlesen. Die drei einzigen der bekannten Sachen, die hier nicht mit im Preis enthalten sind, wären Madame Tussaud's, London Eye und London Dungeon, wobei man allein schon dafür einen Tag benötigen würde.

Travelcard

Zwar sind wir in London sehr viel zu Fuß unterwegs gewesen, jedoch kommt man letztlich nicht um öffentliche Verkehrsmittel umher; allein schon, wenn man die London Tube (U-Bahn) ein Mal gesehen haben will. Möchte man sich das Kaufen von Tickets vor Ort und den ständigen Überlegungen, ob man nun fährt oder läuft, sparen, kann man sich im Vorfeld die Travel-Card für 8,50€ kaufen. Wir fanden sie praktisch.

Flug

fotoalbum_028.jpgDie Idee für diesen Tagesausflug nach London kam eigentlich nur durch die 1-Cent-Flüge zustande, die es immer mal wieder bei Ryanair gibt. Bei den normalen Kosten hätte sich das nicht gelohnt, aber wenn man ab und zu auf der Seite von Ryanair vorbeischaut, kann man mit etwas Glück auf die fast kostenlosen Flüge stoßen. Wir hatten eigentlich gar nicht so viel Zeit zum Reisen, aber ein Kurztripp war auf jeden Fall drin und der mögliche Reisezeitraum und die Flugzeiten haben einfach perfekt für uns gepasst. So entschlossen wir uns einen Tag lang London anzuschauen. Ob wir so schnell zurecht kommen würden bzw. wie viel wir an dem Tag überhaupt sehen könnten, war uns zu dem Zeitpunkt noch überhaupt nicht klar...

Okay, der Flug kostete zwar wirklich inkl. der Fluggebühren 1 Cent, aber es kamen noch pro Richtung und pro Person 4€ Kreditkartengebühren hinzu. Macht aber immer noch zusammen nur 8,02€ für Hin- und Rückflug. Einen Haken gibt es noch: Der Flughafen liegt, wie so ziemlich alle Flughäfen, die Ryanair anfliegt, nicht wirklich stadtnah. So kommt zu den Reisekosten noch die Zugfahrt mit dem Stansted Express vom Flughafen ins Londoner Stadtzentrum hinzu. Da die Fahrt aber lediglich 45min dauert, der Zug alle 15min fährt und die Tickets für beide Strecken zusammen nur rund 27€ (je nach Eurokurs) kosten, ist das letztlich immer noch eine sehr günstige Reisemöglichkeit.

Die Zugtickets kann man entweder vor Ort nach der Ankunft an einem Automaten kaufen (was aber etwas teurer ist) oder direkt bei Ryanair. Das kann man wiederum entweder schon vorher online machen und dann am Flughafen an einem Automaten abholen oder auch im Flugzeug direkt. Wir hatten die Tickets online gekauft, haben aber festgestellt, dass die Tickets im Flugzeug sogar noch 2€ billiger gewesen wären.

Natürlich ist auch der Abflughafen in Deutschland entscheident. Da dieser für uns aber ideal gelegen ist, waren die Gesamtkosten für den Transport ins Zentrum von London und wieder zurück nach Hause mit 35€ supergünstig.

Tagesablauf

fotoalbum_012.jpgDer Flug mit Ryanair war (abgesehen von dem nervigsten Fahrstuhllied aller Zeiten) schön Dank der Aussicht, aber ereignislos. Angekommen am Flughafen Stansted mussten wir erstmal den Weg zum Stansted Express suchen, der irgendwie nur sehr verwirrend ausgeschildert war.

fotoalbum_025.jpgAuf der doch etwas längeren Fahrt (~45 min) die so mancher noch mit schlafen verbrachte, sahen wir dann schon etwas von der Gegend. Besonders erwähnenswert ist hier der erste und einzige Dönerladen, der uns auf der ganzen Reise aufgefallen ist. Wir bekamen so langsam Hunger ;-)

Unser Ziel war die Liverpool Street Station. Einen Tagesablauf hatten wir soweit auch geplant, und auch genug Kartenmaterial dabei mit vorgezeichneten Punkten und Wegen.

Erstes Problem mit dem keiner gerechnet hatte: In welcher Himmelsrichtung kommen wir gerade aus dem Bahnhof, um uns auf unserer vorgeplanten Karte zurecht finden zu können? Anschließend machten wir uns auf zu unserer ersten echten Touristenattraktion: St. Pauls Cathedral. Man will ja schließlich klein anfangen. ;) fotoalbum_033.jpgUnser Weg dort hin war abgesehen von einem kleinen Park und dem Museum of London eher trist und öde, interessant waren nur die verkehrt fahrenden Autos und ein altes Gemäuer in dem wohl The Dentist sein Unwesen treibt.

Kurzer Abstecher in die Kathedrale, mal eben Adam aus den Augen verloren, alles besichtigt, Adam wieder gefunden, und schon fängt der Magen deutlicher an sich zu melden.

Auf dem Fußweg Richtung Tower of London holten wir uns in einem der vielen Sandwich Shops dann auch ein … na? … ja! … ein Sandwich für jeden. Wenn man seins "toasted" haben wollte musste man seinen Namen hinterlassen... „Florian“ „Huh? What?“ „Flo-ri-an!!!“ „Oehm... thanks...“

Danach gab‘s auch noch lecker Gebäck, Donuts und einen so genannten Finger Bun. Ilja wollte sich später auch unbedingt noch einen kaufen, wir haben es jedoch den ganzen Tag nicht mehr geschafft. Wer rechnet auch damit, dass die Bäckereien irgendwann mal schließen...

fotoalbum_046.jpgDirekt vor dem Tower of London gab es einen hübschen kleinen Park, oder zumindest eine Wiese, auf der sich wohl alle Geschäftsleute der Gegend versammeln und ihre Mittagspause genießen. Saßen einfach so mit Anzug und Krawatte, jedoch ohne Decke mitten auf dem Grün. Hoffentlich eine hundefreie Zone...

fotoalbum_069.jpgIm Tower selbst haben wir uns kurzzeitig einer Touristengruppe angeschlossen, die von einem Beafeater begleitet bzw. angeführt wurde. Sehr unterhaltsamer Kerl, der auch mal gerne Besucher mit einbezieht oder von seiner Frau erzählt. Lange wollten wir seinen Erzählungen jedoch nicht lauschen, wir haben's ja schließlich eilig!

Einmal durch das gesamte Towergelände, ein bisschen Torture nacherleben, ein bisschen Kronjuwelen besichtigen. Alles in allem sehr sehenswert.

fotoalbum_098.jpgDie Tower Bridge konnte ähnlich gut unterhalten: So wurden Filme über die Geschichte und den Aufbau der Brücke gezeigt, in den Übergängen zwischen den Flussseiten gab es altes Spielzeug für die Kinder (oder auch für uns) mit dem man sich die kostbare Zeit vertreiben konnte. fotoalbum_107.jpgIn den Maschinenräumen konnte man sich dann noch den alten Hebemechanismus anschauen, welcher mittlerweile natürlich durch ein moderneres System ersetzt wurde. Ebenso wie man jetzt überall mit einem geräumigen Fahrstuhl hingelangt. Noch ein Paar Souvenirs und vor allem Postkarten gekauft im Tower Shop und dann geht's auf der anderen Seite der Themse weiter.

fotoalbum_161.jpgDie HMS Belfast wartet schließlich drauf erkundet zu werden. Den vorgeschlagenen Besucherweg haben wir nicht eingehalten, weil wir ihn einfach nicht mehr finden konnten... Dafür ging‘s mal unter den Wasserpegel der Themse und beinahe wären wir wohl auch bei einem offiziellen Empfang im Bauch der Belfast gelandet.

Zurück auf die andere Seite ging es über die London Bridge wo wir uns dann dachten, U-Bahn fahren wär doch ganz interessant. Letztlich wäre diese eine Station zu laufen sinnvoller gewesen. Von Canon Street Station zur Tower Station hat es sich zumindest nicht gelohnt. Zu viele Treppen...

fotoalbum_200.jpgSchnell noch Fish&Chips und eine Cola geschnappt und dann Seemann Ahoi auf zu den River Cruises ab Tower Pier. Bootfahren mit Stil. Von der Tower Bridge bis hinter den Big Ben, dort wurde dann umgedreht und wir legten am Westminster Millenium Pier an, wo vor uns der Big Ben hinauf ragte.

fotoalbum_218.jpgEtliche Bilder später machten wir uns auf Richtung Buckingham Palace. Durch den St. James Park, der für die ein oder andere Überraschung sorgte und das nicht nur durch das schöne Grün in Mitten Londons sondern vor allem durch die sehr an Menschen gewöhnten Tiere. Selten so viele Eichhörnchen gesehen, die einem aus der Hand fressen. Ilja nutzte die Gelegenheit auch sofort, um seinen Füßen nach den bisherigen Strapazen auf dem Rasen etwas Freiraum zu gönnen.

fotoalbum_235.jpgAm anderen Ende erwartete uns der Buckingham Palace, der leider eher eine Enttäuschung war. Nicht wirklich spektakulär von Außen und nach einer kleinen Umrundung hat uns dort dann auch nichts weiter gehalten.

fotoalbum_251.jpgKurz eine Ecke des Hyde Parks durchquert sind wir dann an einem sehr wichtigen Punkt angekommen, dem HardRock Café! Ein Café mit Türsteher der auch am hellichten Tag nicht jeden rein lässt. Vor allem wer Drogen oder Atomwaffen (siehe Foto) am Körper trägt...

fotoalbum_259.jpgUnterhalten wurde man mit guter Musik und den dazugehörigen Videos, wobei zufällig 99 Red Balloons lief als wir dort saßen, die Instrumente und Goldenen Schallplatten bewunderten und unsere Getränke genossen. Ein anschließender Besuch im nebenan gelegenen Rock Shop stellte sich als Glücksgriff heraus, die T-Shirts waren erstaunlich günstig (das typische HR-Shirt für 12€) und als Andenken bestens geeignet.

fotoalbum_203.jpgNächste Herausforderung: Die Bushaltestelle finden, die uns in die richtige Richtung bringt. Nach mehrmaligem Überqueren und Unterqueren der Londoner Straßen und Kreuzungen konnten wir uns in den 2. Stock eines Doppeldeckerbusses begeben und die Fahrt zurück zum Big Ben, bzw. zur Westminster Abbey genießen. fotoalbum_322.jpgDort suchten wir dann nach dem Trafalgar Square, nur um einmal daran vorbei laufen zu können, und dann überquerten wir die Golden Jubilee Bridge, welche uns zum Riesenrad London Eye führte. Auch wenn wir keine Fahrt machten, war der Anblick atemberaubend.

fotoalbum_310.jpgDas konnte nur die Namco Station übertreffen. ;-) Eine Spielhölle der computerisierten Art. Hier konnte man nicht nur die schnellsten Auto-Scooter Europas finden, sondern auch jede Menge schicke Spiele mit LightGuns ausprobieren. Am besten gefallen hat uns dabei wohl Silent Scope, ein Sniper Spiel mit "echtem" Zoom. Auch sehr spaßig waren Co-Op Games wie z.b. House of the Dead bei denen man zu zweit auf Gegner losgehen konnte. Mehr als unsere Free Coins, die wir durch den London Pass erhielten, haben wir jedoch auch nicht verspielt.

Hatten ja noch viel vor. Zum Beispiel das Event, das wir am liebsten vergessen würden... Per Subway ging es zum Picadilly Circus, wo sich das Planet Hollywood befindet. Zuerst muss man durch den Souvenir-Shop in den 2. Stock wo sich dann das Restaurant befindet. Wenn jedoch nicht jeder einzelne Gast etwas essen möchte sondern, z.B. 2 nur etwas trinken möchten und nur der 3. sich auf seinen Burger freut, wird man freundlich aber mit Nachdruck gebeten das vollkommen leere Restaurant, in dem sich wirklich nicht ein weiterer Gast befindet, zu verlassen und sich doch bitte zur Bar zu begeben. Dort mussten wir uns dann an einen halb hohen Tisch setzen, um den überteuerten Burger genießen zu können. Da wir jedoch durch das ganze hin und her nicht auf die Zeit geachtet haben und es schon kurz nach 0 Uhr war, wurde auch nichtmal mehr der Gutschein gewertet, der die Rechnung wenigstens etwas reduziert hätte. Der Laden sieht zwar gut aus, ist aber sowohl wegen der Atmosphäre als auch vom Service und vom Essen her nicht zu empfehlen.

fotoalbum_300.jpgLieber durch den Regen zum angepeilten Club laufen, nebenbei noch andere Angebote von anderen Club "Head-Huntern" ablehnen und sich durch strenge Sicherheitskontrollen schleusen. Zitat Türsteher beim Abtasten: "You're taking souvenirs to a dance?" Na im Flugzeug darf man ja keine Sachen zwischenlagern...

fotoalbum_331.jpgThe End Club sollte sich jeder anschauen, der in London eine Nacht mit guter Musik und angenehmen Ambiente verbringen möchte. Eintritt und Getränkepreise halten sich in Grenzen, dafür wird die ganze Nacht auch unter der Woche z.B. je nach Event mit Drum'n'Bass Stimmung gemacht. Man sollte vielleicht vorher nur üben, einem anderen Besucher deutlich klar zu machen, dass man da gerade nur eine Allergietablette und kein Ecstasy geschluckt hat...

fotoalbum_323.jpgZurück zur Liverpool Street Station ging‘s dann gegen 5 Uhr in der Früh per Doppeldeckerbus. Leider hatte der Bahnhof noch geschlossen und von unseren ursprünglichen Plänen noch Stadtteile von London bei Nacht zu erkunden, mussten wir wegen des Wetters und der kaputten Füße dann leider doch verzichten. Also suchten wir uns ein trockenes Plätzchen zum Ausruhen, haben ein paar Minuten dort verbracht und sind dann in einem 24h Café frühstücken gegangen.

Die Heimreise war dann etwas hektisch, weil wir aus dem Stansted Express unerklärlicherweise spät rauskamen und nur noch wenige Minuten Zeit hatten, unseren Flug zu erwischen. Problematisch wurde es dann zusätzlich als wir an den Sicherheitskontrollen eine überfüllte Halle fanden. Kurz vor knapp wurde dann noch ein zusätzlicher Durchgang geöffnet und die Leute für den ersten Flug, also unseren, wurden dort sehr hektisch abgefertigt.

fotoalbum_011.jpgWir nahmen die Beine in die Hand und kamen auf die Minute genau zum angekündigten Abfertigungsschluss an. Dort standen überraschenderweise aber noch alle Leute wartend in Schlangen. Da wir für 1Cent ja Priority-Check-In Tickets erworben hatten, liefen wir an den allen Wartenden vorbei und wurden ein paar Augenblicke später auch schon als erste an das Flugzeug gefahren (so ist’s Recht. ;)) und fielen auch schon bald schlafen.

Essen

Ehrlich gesagt war das Essen nicht annähernd so schlimm, wie wir es im Vorfeld erwartet hatten. Das lag aber vielleicht auch daran, dass wir uns gut ausgesucht haben, was wir für essbar hielten. Deshalb nur ein paar kurze Worte dazu:

Die wichtigsten Links


Unsere Route auf der Karte

Unsere London Route
 
Start/Ende: Liverpool Street Station
1 - St. Paul's Cathedral
2 - Tower of London
3 - Tower Bridge
4 - HMS BElfast
5 - Londond Bridge
6 - 1. U-Bahn fahrt
7 - Thames River Cruises
8 - Westminster Pier
9 - Big Ben
10 - St. James Park
11 - Buckingham Palace
12 - Hyde Park
13 - Hard Rock Café
14 - Westminster Abbey (Bus Drive)
15 - Leicester Square
16 - The Eye and Namco Station
17 - Planet Hollywood
18 - The End Club